{"id":212,"date":"2020-03-22T20:51:30","date_gmt":"2020-03-22T19:51:30","guid":{"rendered":"http:\/\/burg-konradsheim.at\/blog\/?p=212"},"modified":"2020-03-23T12:11:03","modified_gmt":"2020-03-23T11:11:03","slug":"der-kommerzialrat-und-der-dorfpfarrer","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/burg-konradsheim.at\/blog\/2020\/03\/22\/der-kommerzialrat-und-der-dorfpfarrer\/","title":{"rendered":"Der Kommerzialrat und der Dorfpfarrer"},"content":{"rendered":"\n<p>Die Neugierde, vielleicht doch noch etwas von der ehemaligen Burg in Konradsheim zu entdecken, lockte schon vor 100 Jahren \u201eAltertumsforscher\u201c an. Besonders der Wiener Seidenfabrikant Karl Forster, ein jahrelanger Sommergast im Ybbstal und eifriger F\u00f6rderer des 1905 er\u00f6ffneten Museums Waidhofen\/Ybbs, bem\u00fchte sich um die Erforschung der ehemaligen Burg. Im Juli 1913 lie\u00df er durch Sch\u00fcler der Realschule hinterm \u201eB\u00e4ckerhaus\u201c (heute Ahrer-Kern) in den dortigen Felsspalten nachgraben \u201ein der Erwartung, dass sich dort der Zugang zu dem sagenhaften, aus Ritterzeit stammenden Geheimgang in die Stadt hinunter er\u00f6ffnen werde. Die Nachgrabung blieb ohne Erfolg. Nach fachm\u00e4nnischem Urteile seien das lauter nat\u00fcrliche, dem Kalksteingebiete \u00fcberhaupt eigent\u00fcmliche Spaltungen. Also ist\u2018s wieder nichts mit einer unterirdischen Rutschbahn!\u201c So kommentierte der damalige Pfarrer von Konradsheim Rudolf Gulich (1911 \u2013 1930) das erfolglose Unternehmen ein wenig schadenfroh in der Pfarrchronik.<\/p>\n\n\n\n<p>Doch Kommerzialrat Forster gab nicht gleich auf. Im Sommer 1926 versuchte er neuerlich sein Gl\u00fcck und diesmal f\u00f6rderten seine Grabungen am Hausstein auch tats\u00e4chlich Dinge ans Licht: So wurden ein gut erhaltenes Schwert mit Beingriff ausgegraben und zahlreiche Tr\u00fcmmer von Tongeschirr gefunden. Darunter fiel besonders das Mundst\u00fcck eines Kruges auf, das die zierliche Form eines Schafwidderkopfes hatte. Der Bericht im \u201eBoten von der Ybbs\u201c vom 22. Oktober 1926 erw\u00e4hnt auch, wohin die Fundst\u00fccke gebracht wurden: Dem Vernehmen nach wurden die gefundenen Gegenst\u00e4nde zur Bestimmung der Zeit, aus welcher sie stammten, nach Wien eingesendet, sollten aber sp\u00e4ter dem Waidhofner Museum abgetreten werden.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"aligncenter is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/burg-konradsheim.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/Pfarrer-Rudolf-Gulich-1.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-216\" width=\"337\" height=\"460\" srcset=\"https:\/\/burg-konradsheim.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/Pfarrer-Rudolf-Gulich-1.jpg 573w, https:\/\/burg-konradsheim.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/Pfarrer-Rudolf-Gulich-1-220x300.jpg 220w\" sizes=\"(max-width: 337px) 100vw, 337px\" \/><figcaption>Pfarrer Rudolf Gulich<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Karl Forster, auch \u201eSeiden- und Uhrenforster\u201c genannt, wagte sich daraufhin an die Presbyteriumsmauer der Konradsheimer Kirche heran, um mit Bohrungen auf eine erhoffte Gruft der Peilsteiner zu sto\u00dfen. Damit zog er sich den unverhohlenen Unwillen von Pfarrer Gulich zu. Der Geistliche lie\u00df die ergebnislos gegrabenen L\u00f6cher zum gr\u00f6\u00dften Verdruss des Herrn Kommerzialrates wieder zumauern und verdarb dem neugierigen Forscher jede weitere Nachforschungslust, sodass dieser den Ort verlie\u00df \u2013 mit den \u00fcberlieferten Worten: <\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote\"><p>\u201eSolange dieser Pfarrer dort ist, sieht mich Konradsheim nicht mehr!\u201c <\/p><\/blockquote>\n\n\n\n<p>Den Plan, im darauffolgenden Jahr 1927 den versch\u00fctteten Burgbrunnen auf dem Hausstein auszur\u00e4umen, um eventuell versenkte Wertsachen zu bergen, lie\u00df Karl Forster wie angedroht fallen &#8230; <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Neugierde, vielleicht doch noch etwas von der ehemaligen Burg in Konradsheim zu entdecken, lockte schon vor 100 Jahren \u201eAltertumsforscher\u201c an. 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